21
Mai
2006

Verlieren

Eigentlich hat man auf dieser Welt doch nichts zu verlieren.

Man hat seinen Körper und hoffentlich einigermaßen seine Gesundheit. Daraus sollte man was machen...das ist das Grundfundament und eigentlich alles was bleibt.

Gefühle ändern sich.
Freundschaften kommen und gehen.
Partner kommen und gehen.
Umgebungen kommen und gehen.
Gedanken kommen und Gehen.

Das einzige, was bleibt sind die Erinnerungen. Die verpassten Chancen.....die verlorene Zeit.

ICH bin das wichtigste in meinem Leben. Ich sollte jeden Moment geniessen....ihn sinnvoll nutzen.
Dinge und Menschen kommen und gehen lassen. Niemanden versuchen zu halten....weil es mir und meinem Herzen schadet.

Neues versuchen...nicht stehen bleiben. Mich Dinge trauen. Ich selbst sein.

Tschakaaaaaaaaaa! ;)

Warum fällt es mir nur so schwer mich an all das zu halten? Dann wäre das Leben doch viel leichter...keine unendliche Einbahnstaße mit Schlaglöchern und Stopschildern mehr.

Der Mensch kommt ohne etwas...und geht ohne etwas.....das einzige was bleibt sind die Erinnerungen. Solange ich nichts kriminelles mache kann ich doch alles tun. Was hält mich davon ab? Vielleicht würde es mir etwas Lebensfreude wiedergeben, wenn ich mich ein wenig mehr daran halten würde.

Entwicklung

Ich musste in der letzten Zeit ständig wieder feststellen, dass mir immer nur Dinge passierten mit denen ich nicht klar kam.

Die einzige geliebte Person wendete sich von mir ab und wollte sogar irgendwann gar keinen Kontakt mehr.
Alte Freunde verabschiedeten sich.
Situationen änderten sich.
Das Umfeld änderte sich durch meinen Umzug.
Ich war allein! Ich war total mutterseelenallein zu der Zeit!
Als all das passierte. Als die Anforderungen an mich durch das Studium stiegen...die Erwartungen an mich.

Es hat sich seit dem Sommer 2004 mein Leben permanent verändert.
Vorher war es wie immer gleich. Ich hatte eine beste Freundin, keinen Sex, keinen Freund, war dick, bin zwei Mal durch die Führerscheinprüfung gefallen, habe geraucht und war in der Ausbildung zur Bürokauffrau. Irgendwann im Laufe von 2003 schon hatte ich mich in den Geschäftsführerassistenten in meiner Firma verliebt. Ich begann abzunehmen....dann mit dem rauchen aufzuhören...eigentlich für ihn und mich selbst. Ich bekam Selbstbewusstsein....meine beste Freundin und ich lebten uns immer weiter auseinander und ich lernte durch mein Weblog Ingo kennen. Ich war selbstbewusst wie nie zuvor und ihr kennt die Geschichte....ich fand die Liebe meines bisherigen Lebens in ihm.
Ich brach bei meinem letzten Besuch bei ihm in Tränen aus, weil ich mich hier in Bielefeld so allein fühlte. Er war total überfordert damit. Das machte mich noch trauriger.
Alles war durcheinander......ich .....meine Beziehung zu ihm war ungeklärt..er war sowieso so weit weg...ich war kaum bei Vorlesungen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich es überhaupt wollte...kannte hier keinen....und er liess mich im Laufe der Zeit immer mehr allein....Ingo war mein Halt zu der Zeit...vielleicht auch deshalb dieses Klammern.
Ich dachte zu der Zeit: Ich will bei ihm sein, dann ist alles gut.

Ich habe mich von der ganzen Welt allein gelassen gefühlt. Von meinen Eltern...ich wollte manchmal gern zurückziehen....und mehr und mehr von Ingo.

Mittlerweile komme ich allein klar. Aber es ist sehr sehr schmerzhaft, wenn man das durchleben muss. Und vor allem noch alles auf einmal.

Umzug, Trennung (die sich langsam aber sicher anbahnte und bis vor ein paar Tagen Thema war), und Studienbeginn haben sich ja die Klinke in die Hand gegeben.

Vielleicht war all das notwendig für meine Entwicklung und um etwas zu lernen....nur MUSSTE DAS SEIN? Zumindest doch nicht alles auf einmal, oder? Das war ein totaler Einbruch.

Diese Erfahrungen haben meine Ängste alle zum Vorschein gebracht. Die Verlustangst (Beziehung), die Angst vor der Einsamkeit (erst keinen gekannt), die Angst vor der simplen Eigenständigkeit (eigene Wohnung, neues Umfeld, eigenes Leben ohne Familie)....die Angst vor mir selbst zu versagen (im ersten Semester überall durchgefallen wegen Liebeskummer-aber alle Klausuren zum 2.Versuch bestanden).

Dann noch der Besuch der Wahrsagerin, der mir wiederrum ein Urvertrauen in die Lenkung durch Gott wiedergegeben hat. Dadurch, dass sie alles über mich wusste und mir gutes wollte. Ich habe eigentlich keine Angst mehr seitdem. Nach all diesen Erfahrungen und eben diesem Besuch nicht mehr.
Nicht mal davor, zu meiner Liebe zu stehen, auch wenn der Kampf schon verloren scheint. (Abgesehen von der Tatsache, dass er tatsächlich verloren war.) Oder vor der Krankheit die ich habe.....oder vor dem Tod. Nein.
Ich weiß nämlich, dass da jemand ist, der auf mich aufpasst...und dass ich bevor ich meine symbolischen Eheringe (die ich von der Wahrsagerin bekommen habe) nicht in echte umgewandelt habe, sicher nicht sterben werde.
Ich habe mich gelenkt gefühlt in München. Beschützt. Selbstsicher wie nie zuvor. Vielleicht, weil die Wahrsagerin mir gesagt hat, dass sie selbst auf der Suche nach einem Mann ist, den sie mal geliebt hat.....ich habe parallelen gesehen...ich dachte, es wäre ein Zeichen um zu Ingo zu fahren. Und diese Fahrt hat mir gut getan.
Ich durfte ihm nochmal in die Augen sehen.

Ich bin stärker als je zuvor.
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»Die Kraft unserer Träume liegt darin, unsere Sicht der Dinge und damit auch der Welt zu verändern. Wenn genug Menschen einen bestimmten Traum haben, dann wird er am Ende Realität werden.« Paulo Coelho

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